Die Geschichte der heutigen Grundschule Gebhardtstraße in den letzten 160 Jahren

Um 1850 gehörten die Gemeinden Vohwinkel und Sonnborn zum Landkreis Elberfeld. Da es in Vohwinkel noch keine Schule gab, besuchten die Kinder Schulen in den umliegenden Gemeinden und hatten zum Teil Wege von mehr als 60 Minuten zu gehen. Im Jahre 1850 stellten Bürger der Gemeinde Vohwinkel den Antrag auf Errichtung einer Schule in Vohwinkel. In der Folgezeit meldeten sich Befürworter und Gegner dieses Antrags zu Wort und es dauerte ganze drei Jahre, bis der „Königliche Landrat vom Dienst”, dessen Sitz Elberfeld war, seine Erlaubnis erteilte.

Am 4. Oktober 1853 erfolgte also die Genehmigung, in Vohwinkel eine „Privatschule” unter Leitung des Lehrers Seynsche einzurichten. Eine alte Scheune des Bauern Wülfing wurde am Lienhardplatz als Schulgebäude hergerichtet.

Der Unterricht begann am 2. November 1853.

Die schnell wachsende Schülerzahl und die schlechten baulichen Verhältnisse machten einen Auszug aus der alten Scheune erforderlich. In der Kaiserstraße entstand ein neues Schulgebäude, welches am 23. Mai 1856 eingeweiht wurde. Gleichzeitig erfolgte die Umwandlung von einer Privatschule in eine gemeindliche Elementarschule. Lehrer Johannes Seynsche unterrichtete damals 130 Kinder (einhundertdreißig!) in den „Fächern” Lesen, Schreiben, Kopfrechnen, Tafelrechnen, Singen, biblische Geschichte des Alten und Neuen Testaments sowie in der vaterländischen Geschichte. Ziel der Erziehung war ein „frommes, gesittetes und bescheidenes Betragen, wie es sich einer christlichen Jugend geziemt”. Als die Zahl der Schüler auf 150 gestiegen war, wurde eine zweite Klasse eingerichtet.

Da die Kapazitäten in der Kaiserstraße begrenzt waren, mussten 1894 Klassen in die neu gegründete evangelische Schule Halbenberg ausgelagert werden. Die Zahl von 110 Schulneulingen ließ keine andere Lösung zu.

50 Jahre

Die Schule wuchs ständig und hatte im Jahre 1906 bereits 551 Schüler.

Nach dem Neubau einer Realschule in Vohwinkel stand das Schulgebäude in der Karlstraße leer. Am 24. Juli 1922 zog die gesamte Schulgemeinde unter Mitwirkung einer Blaskapelle der Realschule zur Karlstraße.

Im Jahre 1929 wurde die Großstadt Wuppertal gegründet. Vohwinkel wurde eingemeindet und verlor seine Selbständigkeit. Das Schulgebäude in der Karlstraße erhielt einen Anbau mit sechs Klassenzimmern, einer Aula und weiteren Nebenräumen. Der Straßenname musste nach der Eingemeindung geändert werden. Nach dem deutschen Maler Eduard Karl Franz von Gebhardt wurde die Karlstraße in Vohwinkel in Gebhardtstraße umbenannt.

Der Einzug in den Anbau erfolgte am 13. Februar 1931. Nach und nach wurde die Schule Halbenberg aufgelöst und die Kinder in die Gebhardtstraße umgeschult. Die Schule Gebhardtstraße wurde mit etwa 500 Kindern zum größten Schulsystem Vohwinkels.

100 Jahre


Im Jahre 1953 feierte man das 100-jährige Bestehen der Schule. In der Westdeutschen Rundschau vom 5. November 1953 war zu lesen:
Die eigentliche Jubiläumsfeier beginnt am kommenden Sonnabend, 12. Dezember, um 8:15 Uhr mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Kirche, dem um 10:30 Uhr eine Feierstunde im Festsaal der Schule Gebhardtstr. folgt. Am Montag, dem 14. Dezember, 15:30 Uhr beginnt das Schulfest mit Eltern und Lehrern in den Zoo-Gaststätten. Abends wird sich dann ein großer Fackelzug vom Zoo zur Schule nach Vohwinkel bewegen. Von Dienstag, dem 15. bis Samstag, dem 19. Dezember wird regelmäßig abends um 20:00 Uhr im Festsaal der Schule Gebhardtstraße von der Laienspielgruppe der Schule ‚Rumpelstilzchen’ aufgeführt, während an den gleichen Tagen in den Räumen der Schule eine Ausstellung, Bilder und Dokumente zur Geschichte Vohwinkels und der Schule und Schülerarbeiten zeigt. Das Treffen der Ehemaligen, Eltern und Freunde der Schule ist mit Rücksicht auf das nahe Weihnachtsfest auf Frühjahr 1954 verschoben worden.

Anlässlich dieses Jubiläums taucht die Idee auf, ein Schullandheim zu planen und zu bauen. Wie wir wissen, ist dieses Ansinnen später im Bau des Ilse-Wagner-Hauses in Marienheide verwirklicht worden.

Bei der Auflösung der Volksschulen zugunsten von Grund- und Hauptschule wurde aus der ehemaligen evangelischen Volksschule Gebhardtstraße die Städt. evangelische Grundschule Wuppertal-Vohwinkel, Gebhardtstr. 16. 300 Schüler zählte die Schule, die sich auf acht Klassen verteilten.

Im Jahre 1974 stimmten die Eltern der ev. Grundschule Gebhardtstraße über die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule ab. 315 Eltern beteiligten sich an der Abstimmung (94,9%), hiervon stimmten 307 für die Umwandlung (97,5%) und acht (2,5%) dagegen. Da die erforderlichen 66,6% erreicht waren, beschloss der Rat der Stadt Wuppertal am 13. Mai 1974 die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule.

Am 4. März 1975 wählte der Schulausschuss der Stadt Wuppertal Herrn Walter Honnen zum Rektor der Gemeinschaftsgrundschule Gebhardstraße. Erstmalig seit Gründung dieser Schule stand ihr ein katholischer Schulleiter vor.

Im Jahre 1994 begann man mit der Erstellung eines Erweiterungsbaus auf dem unteren Schulhof. Die Siedlung „Vohwinkeler Feld” brachte so viele Schüler, dass unsere Grundschule vierklassig wurde.

150 Jahre

Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 wird in allen dritten Klassen der Englischunterricht als Pflichtfach eingeführt.

Städtische Gemeinschaftsgrundschule mit offenem Ganztag und gemeinsamen Lernen Gebhardtstraße
Gebhardtstraße 16 • 42329 Wuppertal Vohwinkel • 0202/563-7323